
• Geschichte des Anwesens•
Die Geschichte der Familie und damit verbunden die Geschichte des Anwesens reicht bis zum Anfang des dreizehnten Jahrhunderts nach Christus zurück, als große Teile des heutigen Rumäniens noch unter ungarischer Herrschaft standen.
Schon damals befand sich das über fünf Hektar große Grundstück in Familienbesitz, allerdings stand zu dieser Zeit nur ein Gehöft darauf, welches umgeben von Weideland für die Tiere war.
Als Großgrundbesitzer gehörten die Bâleas nach ungarischem Gesetz dem niederen Adelsstand an, allerdings war dieser ausschließlich den Katholiken vorbehalten, sodass der ungarische König sie vor die Wahl stellte: Entweder sie konvertierten zur römisch-katholischen Konfession oder sie bekamen ihren gesellschaftlichen Status und damit verbunden jegliche Privilegien und Autonomie aberkannt, was sie zu Leibeigenen machen würde; so wie es zu dieser Zeit allen Rumänen erging, die nicht dem Adelsstand angehörten.
Für die streng-orthodoxe Familie war dies ein Schlag ins Gesicht, doch sie fügten sich dem Willen der Ungarn und konvertierten.
In der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts fielen die Mongolen in das Land ein, plünderten und zerstörten weite Teile des Landes und waren anschließend genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen waren.
Der ungarische König startete ein Wiederaufbauprogramm, welches Erfolg versprechend war.
Ganz anders sah es jedoch mit der königlichen Dynastie aus, die Anfang des vierzehnten Jahrhunderts ausstarb und so ihren Einfluss nicht weiter halten konnte, dies hatte zur Folge, dass die höheren Adeligen die Ländereien unter sich aufteilten und ihre eigenen kleinen Königreiche gründeten.
Jahre der Feudalherrschaft folgten.
Im vierzehnten Jahrhundert dehnte sich das osmanische Reich auf die Balkanhalbinsel aus, was viele Schlachten folgten und endeten erst Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts mit einem Abkommen zwischen Mircea cel Bătrân, einem rumänischen Fürsten und dem Sultan.
Mit dem Tod des Fürsten einige Jahre später, folgten von Seiten der Osmanen erneute Versuche das Land einzunehmen und weitere Versuche sie abzuwehren forderten erneut viele Opfer. Diese endeten erst Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, als der Reichsverweser Ungarns eine Söldnerarmee aussandte und einen neuen Fürsten ernannte.
Der neue Fürst Vlad Țepeș war dafür bekannt, dass er Feinde auf grausamste Weise hinrichten ließ, was den Bâleas und den anderen Rumänen neue Hoffnung gegeben hatte. Die Familie kannte den Fürsten, waren ihm treu ergeben und im Gegenzug für ihre Treue zeigte er ihnen, wie man Menschen folterte und was man damit alles erreichen kann.
Als der Sultan diesen ungefähr ein Jahrzehnt später ins Exil schickte und als das Land erneut drohte Teil des osmanische Reiches zu werden, gelang es einer Bauernarmee unter Leitung eines Fürsten die Osmanen zurückzuschlagen. Während dieser Schlacht wurde der Hof der Bâleas fast vollständig zerstört, lediglich das alte Kellergewölbe wurde nur leicht beschädigt und diente beim Wiederaufbau als Grundriss.
Im sechzehnten Jahrhundert folgte aufgrund der Feudalherrschaft eine Bauernrevolte.
Auch gegen die Bâleas gingen die Bauern vor, da diese sich von der Familie verraten gefühlt haben; sie alle wurden zu Leibeigenen, weil sie ihrem Glauben treu blieben, während die Bâleas für ihren gesellschaftlichen Status konvertierten und offenbar alle Werte vergaßen, die der einst so streng-orthodoxen Familie wichtig waren.
Doch die Bâleas setzten sich zur Wehr und machten sich einen Namen als mordlustigste und grausamste Zaubererfamilie.
Erst als Mitte des sechzehnten Jahrhunderts eine junge Zigeunerin voller Wut einen Fluch auf die Familie legte, der jede Frau unfruchtbar und jeden Mann zeugungsunfähig machte, konnten die Bâleas aufgehalten werden. Zu dieser Zeit waren ihnen aber schon weit über zehntausend Menschen, Muggel wie Magier, zu Opfer gefallen.
Die Familie starb aus, das Haus fiel in Besitz des Landes und konnte auf Grund seiner negativen Vergangenheit erst nach dreihundert Jahren erneut verkauft werden.